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Fahrschulen und Führerschein

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MPU - medizinisch-psychologische Untersuchung - Idiotentest

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MPU kein Idiotentest

Für viele ist die MPU - was für medizinisch-psychologische Untersuchung steht - ein wahres Schreckgespenst. Andere wiederum sehen in ihr lediglich einen Idiotentest für Leute, die ihren EU-Führerschein wegen Alkohol oder Drogen verloren haben und nur durch diesen Test zurück bekommen können.

Genau das ist erstens zwar nicht grundlegend falsch, aber auch nicht ganz richtig. Zweitens wehren sich gerade Experten, die medizinisch-psychologische Untersuchung als Idiotentest gleichzustellen, da es um weitaus mehr geht als Intelligenz, die man bei einem “Idioten” wohl nicht unbedingt voraussetzt. Tatsächlich wurde die MPU geschaffen, um die Fahreignung eines Führerscheininhabers zu testen, womit die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer garantiert werden soll.

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MPU: Sinn und Aufgabe

Im Grunde könnte man die MPU quasi als letzte Instanz beschreiben, welche den Führerschein (noch) retten kann. Hat ein Aufbauseminar nicht gefruchtet, kann die medizinisch-psychologische Untersuchung tatsächlich die letzte Möglichkeit sein, den Führerschein entweder zu behalten oder aber wieder zurück zu bekommen.

Der Sinn der im Volksmund - fälschlicherweise - Idiotentest genannten MPU liegt daher speziell in der Fahreignung des Prüflings. Hierbei geht es sowohl um die rein körperliche Eignung, ein Fahrzeug zu führen, wie aber ebenso um die geistige Fähigkeit. In der medizinisch-psychologischen Untersuchung versucht man daher zu klären, ob ein auffälliger Verkehrsteilnehmer in Zukunft ein besseres Verhalten an den Tag legt oder eben zu gut Deutsch, keinen Blödsinn mehr macht. Wenn man bedenkt, dass hier vor allem Tatbestände wie Fahren unter Alkohol oder Drogen “behandelt” werden, geht es hier ganz klar um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer - mit einem Idiotentest hat die MPU also wahrlich nichts zu tun!

medizinisch-psychologische Untersuchung: Ablauf

MPU ist zwar nicht gleich MPU, wie manche denken, doch der Ablauf ist generell meist ähnlich. Einplanen muss man denn aber schon drei bis vier Stunden, wenn man selbst zur medizinisch-psychologischen Untersuchung gebeten wird. Generell sind es im Grunde drei Teile, welche die MPU ausmachen: erstens ein Gespräch mit einem Psychologen, zweitens eine medizinische Untersuchung und drittens schließlich eine Testdiagnostik.

Je nachdem, weswegen eine MPU gemacht wird oder gemacht werden muss, unterscheiden sich die Untersuchungen jedoch in einigen Punkten. Bei einer Alkohol-MPU geht es ganz klar um Alkohol, bei einer Drogen-MPU wiederum logischerweise um das Thema Drogen, bei einer Punkte-MPU hingegen um verkehrsrechtliche Belange - je nach Delikt und Straftat passt man die medizinisch-psychologische Untersuchung quasi an. Nach etwa zwei Wochen bekommt der Prüfling dann auch schon das Ergebnis...

MPU: Kosten

Umsonst gibt es die MPU natürlich nicht, tatsächlich muss der Prüfling mit einigen hundert Euro rechnen. Allerdings sind die Kosten vom Gesetzgeber bundesweit einheitlich geordnet, wobei es jedoch auf den zu Grunde liegenden Tatbestand ankommt. Eine Alkohol-MPU etwa kostet weniger als 400 Euro, eine Drogen-MPU schon über 500 Euro und eine MPU wegen Alkohol UND Drogen sogar über 700 Euro! Eine MPU, welche wegen diverser Straftaten oder Punkteauffälligkeit - jeweils ohne Alkohol - absolviert wird, kostet hingegen nur etwa 340 Euro.

MPU als Chance

Jahr für Jahr sind es etwa 100.000 Führerschein-Inhaber, die an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung teilnehmen müssen oder aber freiwillig an einer solchen teilnehmen. Tatsächlich muss eine MPU nicht erst bei Führerscheinentzug abgelegt werden. Denn speziell für Punkteauffällige, die immer noch im Besitz ihres Führerscheins sind, ist der Idiotentest mehr eine Chance.

Wer nämlich freiwillig an einer MPU teilnimmt und 14 bis maximal 17 Punkte in der berühmten Verkehrssünderkartei in Flensburg hat, kann durch die Teilnahme an einer solchen medizinisch-psychologen Untersuchung zwei Punkte abbauen. Erst ab 18 Punkten und dementsprechenden Führerscheinentzug kann (kann, nicht muss) die MPU zum Zwang werden. Bei Führerscheinentzug wird allerdings erstens eine sechsmonatige Sperrfrist ausgesprochen und zweitens kann ab und an auch ohne Idiotentest der Führerschein wieder erlangt werden - meistens geht es jedoch nicht ohne MPU!

MPU Mythen

Als die medizinisch-psychologische Untersuchung 1954 eingeführt wurde, war sie tatsächlich so etwas wie ein Idiotentest, da sie in den (19)50ern und (19)60ern meist dann verhängt wurde, wenn ein Fahrschüler drei Mal durch die Prüfung rasselte - heute kennt man hierfür allerdings auch das Wort Prüfungsangst.

Dafür ranken sich allerdings zahlreiche Mythen um die MPU, die gelinde gesagt einfach nur purer Blödsinn sind. Beispielsweise wird von einem Kugeltest erzählt, bei welchen man zwei Kugeln übereinander(!) stapeln soll und bereits durchgefallen ist, so wie man diese Kugeln nur anfässt. Oder es sollen diverse Fragebögen existieren, die sich speziell um das Thema Aggression drehen. Beide Mythen sind Quatsch und hat es nie gegeben...

Ebenso wenig ist die medizinisch-psychologische Untersuchung ein Glücksspiel noch eine unmöglich zu schaffende Angelegenheit. Lügen sollte man allerdings auf gar keinen Fall, Aussehen, Kleidung, Kontostand oder andere recht persönliche oder visuelle Dinge zählen hingegen nicht bei der Beurteilung.

Medizinisch-psychologische Untersuchung: Dubiose Anbieter

Vorsicht gilt generell nur bei einigen recht dubiosen Angeboten, die mit 0900er-Nummern werben oder mit dem Erwerb eines EU-Führerscheins ohne MPU im Ausland. Oftmals bieten beispielsweise DEKRA oder der TÜV die Durchführung der MPU an, wobei aber auch andere private Stellen zugelassen sind.

Was wiederum nicht unseriös oder dubios ist, sind bestimmte und spezielle MPU-Seminare, die den Probanden eben auf eine solche anstehende medizinisch-psychologische Untersuchung vorbereiten sollen - was natürlich wieder Geld kostet, zumindest meistens jedenfalls. Im Gegensatz zu Aufbauseminaren für Fahranfänger oder Aufbauseminare für Punkteauffällige ist die MPU zudem eigentlich keine Angelegenheit von Fahrschulen, sondern von TÜV, DEKRA oder anderen extra zugelassenen Stellen! Manch eine Fahrschule bietet allerdings eine entsprechende MPU-Beratung an, wobei diese jedoch erstens lediglich beratend wirken und die eigentliche MPU nicht selbst durchführen, und zweitens es keine Frage einer guten Fahrschule ist.

Letzten Endes ist die medizinisch-psychologische Untersuchung denn auch durchaus - positiv - zu bestehen, wobei der Trend in den letzten Jahren klar nach oben zeigt. 1997 etwa waren es nur knapp 41 Prozent der Prüflinge, welche die MPU bestanden, 2008 hingegen über 51 Prozent. Der Idiotentest ist also durchaus zu schaffen - und beileibe eben kein Idiotentest...

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